Hier findet ihr die Übersetzung in einfacher Sprache für den Wissenspfad „Recht auf Stadt“, der sich seit Herbst 2025 auf der Lucie befindet.
Recht auf Stadt
1. Gehört allen Alles oder gehört nur einzelnen Vieles?
→ Wem gehört eigentlich dieser Platz?
Wer darf entscheiden, wie die Stadt von morgen aussieht:
Radweg, Parkplatz, Neubau, Grün-fläche oder Spiel-platz?
Auf der Lucie entscheiden nicht die Behörden oder Geldgeber:innen.
Auf der Lucie entscheiden wir, die Nachbar:innen.
Wir haben für diesen freien Raum gekämpft.
Wir haben hier einen Garten angelegt.
Die Lucie gehört allen Menschen gemeinsam.
Früher hat man so etwas Allmende genannt.
Das bedeutet: Viele Menschen teilen sich einen Ort.
Alle kümmern sich zusammen darum.
An diesem Ort konsumieren Menschen nicht.
An diesem Ort werden Menschen aktiv und gestalten.
Wir brauchen keinen Zaun, sondern viel Einsatz.
Wir möchten nicht ver-werten, sondern ver-sorgen.
Wir wollen keinen Aus-schluss, sondern Teil-habe.
Wir wollen in einer lebens-werten Stadt wohnen!
In einer Stadt, der ein guter Zusammen-halt wichtig ist
– Wichtiger als Wett-bewerb oder Gewinne!
2. Wie gut sind Orte für alle erreichbar? Welche Hindernisse gibt es?
→ Ist das ein Platz für alle Körper?
Viele Menschen können sich in der Stadt schwer bewegen.
Zum Beispiel Menschen mit Rollstuhl.
Oder Menschen mit Kinderwagen.
Oder Menschen mit Rollator.
Es gibt oft zu viele Hindernisse.
Überall gibt es enge oder zugeparkte Wege.
Es gibt hohe Bord-steine.
Es gibt nicht genug Sitz-plätze und nicht genug Toiletten.
Damals umranden Treppen die Lucie und machen den Zugang schwer.
Aber es braucht weniger Hindernisse.
Nur so können alle Menschen mit dabei sein.
Und nur dann ist es ein Ort für alle.
Deshalb gibt es heute eine Rampe und viele Sitz-plätze auf der Lucie.
Zum Beispiel gibt es eine Bank mit Arm-stützen.
So geht das Auf-stehen leichter.
Und es gibt eine barriere-arme Toilette in der Klima-werk-statt.
Gegenüber von der Lucie.
Wir sind für eine Stadt für alle!
Wir sind für eine Stadt ohne Ausschluss!
3. Sich um die Dinge selbst kümmern und gemeinsam gestalten
→ Ist dieser Ort wirklich für alle?
Auf der Lucie entscheiden wir gemeinsam.
Auf der Lucie handeln wir gemeinsam.
Wir pflanzen und jäten und ernten.
Wir räumen auf, wir diskutieren und wir feiern.
Wir bauen Beete aus altem Holz.
Wir machen Feste, Floh-märkte und Work-shops.
Alle können dabei mit-machen und mit-entscheiden.
So wird die Lucie ein lebendiger Ort.
Ein Ort, um den sich Menschen gemeinsam kümmern.
Wir sind hier offen und kreativ.
Wir wollen miteinander denken, reden und gemeinsam wirken.
Das gibt Menschen Kraft und Mut.
Dadurch verbinden sich Menschen miteinander.
Wenn die Lucie ein Mensch ist, lädt er Dich ein.
Die Lucie lädt Dich ein
zum Um-denken,
zum selbst aktiv werden
und zum Mit-gestalten.
Wir sind für eine Stadt, in der wir mit-einander gestalten!
4. Alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben
& die Natur soll fair behandelt werden
→ Sind die grünen Orte in der Stadt denn gerecht verteilt?
An manchen Orten in der Stadt gibt es viele Bäume, Parks und ruhige Ecken.
An anderen Orten in der Stadt gibt es nur Beton, Lärm und heiße Straßen.
Oft ist es so: wer wenig Geld zum Wohnen hat, hat weniger Natur um sich herum.
Aber die Lucie will es anders machen:
Mitten in der Stadt gibt es diesen grünen Ort, die Lucie.
Nachbar:innen haben die Lucie selbst erkämpft.
Die Lucie ist offen für alle und kostet kein Geld.
Hier geht es um grüne und menschliche Lebendigkeit.
Wir sind für eine grüne Stadt,
Wir sind für eine Stadt, in der alle Menschen ein gutes Leben haben können!
5. Nachbar-schaftlich sein und gemeinsam leben
→ Wie klappt eine gute Nachbarschaft?
Die Lucie ist mehr als ein Garten.
Die Lucie ist ein Treff-punkt.
Hier begegnen sich Menschen und sprechen mit-einander.
Auch Menschen treffen sich hier, die sonst nicht an den gleichen Orten sind:
Kinder, Rentner:innen, Studierende, Familien, Alt-eingesessene und Zu-gezogene.
Wenn Menschen sich unter-einander aus-tauschen, lernen sie einander zu vertrauen.
So werden aus unbekannten Menschen eine vertraute Gemeinschaft.
Die Lucie will verhindern, dass Mensch einsam sind.
Die Lucie ist ein warmer, lebendiger und gemeinschaftlicher Ort.
Es braucht Orte, an denen sich Menschen begegnen.
Nur so entsteht eine gute Nachbar:innenschaft.
Wir sind für eine Stadt, in der sich Menschen einander begegnen!
6. Wie gehen wir damit um, wenn Menschen Drogen ein-nehmen?
Wie können wir helfen?
→ Wie süchtig bin ich?
„Jetzt ein Bierchen“ oder „Ich brauch nen Kaffee“.
Viele Menschen wünschen sich ab und an einen kleinen Rausch.
Zucker, Koffein, Tabak, Cannabis, Alkohol.
Die Ein-nahme von weichen Drogen gehört zu unserem All-tag.
Doch wo ist die Grenze?
Wann ist ein Mensch süchtig?
Wann genießt ein Mensch?
Feststeht: Sucht ist eine Krankheit.
Sucht ist keine Straftat.
Menschen, die betroffen sind, werden oft schlecht behandelt.
Viele Leute geben ihnen die Schuld.
Manche müssen weg-ziehen.
Manche bekommen Ärger mit der Polizei.
Auf der Lucie wollen wir hin-schauen.
Wir wollen mit-einander sprechen,
einander respektieren
und offen mit-einander sein.
Auf der Lucie leben wir zusammen.
Wir fordern mehr Hilfe für Sucht-betroffene.
Wir fordern sichere Räume für Sucht-betroffene.
– Räume, die Menschen schützen.
Wir sind für eine Stadt, in der sich die Menschen umeinander kümmern!
Wir sind für eine Stadt, in der Menschen gesund sein können!
7. Nein sagen und von einer guten Zukunft träumen
→ Wie wäre es, wenn es gut wäre?
Wie kann ein gutes Leben für alle aus-sehen?
Ein Leben, für das Natur und Menschen nicht ausgenutzt werden.
Die Lucie ist ein Gemeinschafts-garten.
Hier probieren Menschen Neues aus.
Menschen lernen hier voneinander.
Wir gewinnen hier Saatgut.
Wir machen Kompost.
Wir machen Gemüse haltbar.
Wir teilen das Werkzeug, das Wissen und die Verantwortung miteinander.
Wir wollen lieber teilen, als besitzen.
Wir finden heraus:
Wie können wir für-sorglich mit-einander leben?
Wie können wir unser eigenes Essen an-bauen?
Wie könne wir anders in der Stadt zusammen-leben?
Wir können wir leben ohne immer zu nehmen
und immer wachsen zu müssen?
Wenn die Lucie ein Mensch ist, sagt sie Nein dazu, wie es gerade ist.
Die Lucie will von einer schönen Welt träumen.
Die Lucie will diese Träume in Taten umsetzen.
Auf der Lucie wächst, was alle brauchen:
Nahrung, Gemeinschaft und Hoffnung.
Wir wollen zeigen, dass sich Menschen verändern können.
Das passiert, indem wir aktiv werden, vor Ort sind und uns zusammen-tun.
Wir sind für eine Stadt, in der Träume von einer besseren Welt wirklich werden!
Dieser Wissenspfad ist im Rahmen des BNE-Projektes „Wissen teilen – Handlungsmöglichkeiten aufzeigen“ entstanden. Gefördert durch BINGO! Die Umweltlotterie und durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen.


IMPRESSUM:
Herausgeber: KulturPflanzen e.V.
Projektleitung: Marie Hornbach
Text: Eva Kirschenmann
Übersetzung in einfache Sprache: Joanna André
