Vogel mit Wurm

Wissenspfad „Klimawandelanpassung“ in einfacher Sprache

Auf der Lucie befindet sich seit dem Herbst 2025 ein Wissenspfad zum Thema „Klimawandelanpassung“. Hier findet ihr die Übersetzung dazu in einfacher Sprache.

Anpassung an den Klimawandel

Weniger Beton, mehr Leben – weg mit den Pflaster-steinen!

Auf der Lucie haben wir viele Pflaster-steine entfernt.
Wofür machen wir das?

Der Boden auf dem wir stehen ist voll mit Leben.
In einer handvoll Erde gibt es viele Lebe-wesen.
Es gibt darin mehr Lebe-wesen als Menschen auf unserer Erde.
Diese Lebe-wesen sind:
Pilze, Bakterien, Fadenwürmer, Milben,
Asseln, Springschwänze und Regenwürmer.

Ein gesunder Boden ist für vieles gut.
In einem gesunden Boden gibt es verschiedenes Leben.
Aus einem gesunden Boden wachsen Pflanzen und Pilze.
Menschen ernähren sich von diesen Pflanzen und Pilzen.
Ein Boden ohne Pflaster-steine nimmt Regen-wasser auf.
Der Boden kann das Regen-wasser gut filtern.
Das gut gefilterte Regen-wasser tropft ins Grund-wasser.
Grund-wasser ist im Boden und zwischen Steinen tief unter der Erde gespeichertes Wasser.
Wir bekommen unser Trink-wasser hauptsächlich aus dem Grund-wasser.

Versiegelte Flächen unter-brechen wie das Regen-wasser zum Grund-wasser fließt.
Versiegelte Fläche bedeutet:
Auf dem Boden liegt Beton, Plaster-stein oder Asphalt.
Wenn die Fäche versiegelt ist, gibt es häufig Über-schwemmungen.
Versiegelte Flächen werden schnell zu heiß.
Und es gibt weniger Platz für Menschen, Tiere und Pflanzen.

In Deutschland wird jeden Tag viel Fläche versiegelt:
52 Hektar – das sind 36 Fußballfelder.
Versiegelte Flächen sind ein großes Problem!

Die Stadt als Schwamm.
Wasser speichern, satt Wasser ableiten

Die Lucie ist wie ein großer Schwamm. Für was ist das gut?

Heute gibt es oft ungewöhnliches Wetter:
Viel Hitze, starker Regen und sehr heiß oder sehr kalt.
Sehr heißes Wetter trocknet den Boden aus.
Das Meer wird wärmer.
Deshalb gibt es viel Feuchtigkeit in der Luft.
Wenn es häufig stark regnet, gibt es immer wieder Über-schwemmungen.

Es gibt vielleicht eine Lösung für das Problem: die Schwamm-stadt.
Das ist eine Idee.
Die Idee ist wie ein Schwamm und sie sieht so aus:
Das Regen-Wasser kann in den Boden hinein-gehen.
Der Boden speichert das Regen-Wasser.
Und der Boden gibt das Regen-wasser langsam wieder ab.
Das Regen-Wasser fließt dann nicht in die Kanalisation.

Wie klappt das?

Das klappt, wenn die Böden entsiegelt werden:
Das Regen-Wasser kommt in den Boden hinein.

Das klappt, wenn wir das Regen-wasser speichern:
Zisternen, Mulden, Teiche oder grüne Flächen speichern das Regen-Wasser.
Zisternen sind Wasser-tanks.
Sie speichern Regen-wasser.
Mulden sind kleine Löcher im Boden.
In diese kleinen Löcher kann Wasser laufen.
Grün-dächer saugen Wasser auf und halten es fest.
Grün-dächer sind Dächer auf denen Pflanzen wachsen.

Das klappt, wenn wir das gespeicherte Wasser nutzen:
Wir können das Wasser fürs Gießen,
oder für die Straßen-reinigung,
oder für die Toiletten-spülung nutzen.

Auf der Lucie gibt es kaum noch Pflaster-Fläche.
Die Wurzeln in den Beeten speichern Wasser.
Eine Zisterne gibt es leider noch nicht.

Das Grüne in der Stadt kühlt – Pflanzen schützen vor der Hitze

Wofür gibt es auf der Lucie so viele Pflanzen?

Nord-deutschland ist heute wärmer als früher.
Es ist hier schon 1,6 Grad wärmer.
Das ist wegen dem Klima-wandel.

Klima-wandel bedeutet:
Das Wetter auf der Erde verändert sich.
Früher war es oft kühler.
Heute wird es immer wärmer.

Heute gibt es mehr heiße Tage als früher.
Und es gibt mehr warme Nächte.
Solche Nächte heißen tropische Nächte.

In den Städten ist es besonders heiß.
Asphalt und Beton speichern die Wärme.
Sie geben die Wärme nur langsam wieder ab.

So entsteht eine Wärme-insel.
Das bedeutet:
In der Stadt ist es wärmer als auf dem Land.
Manchmal ist es bis zu 10 Grad wärmer.
Vor allem in der Nacht.

Hitze kann gefährlich für die Gesundheit sein.
Gerade für Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit Vor-erkrankungen und Obdachlose.
Deshalb brauchen wir kühle Orte.
Wir brauchen überall sauberes Trink-wasser.
Alle in der Stadt sollen leicht an Trink-wasser kommen können.

Viele Pflanzen in der Stadt sind auch gut.
Denn Pflanzen verdunsten das Wasser aus der Luft.
So gibt es nicht mehr so viel Wärme in der Luft.
Der Schatten unter einem Baum ist kühler als unter einem Sonnenschirm.

Dieser Schatten ist häufig sogar um 15 Grad kühler.
Pflanzen sind also eine natürliche Klima-anlage.
Die Bäume auf der Lucie wachsen noch.
Eines Tages geben diese Bäume Schatten.

Wildes Leben in der Stadt – viel Leben braucht viel Raum

Was die Lucie macht, damit es weiterhin viele Arten von Leben gibt
Auf der Erde sterben sehr viele Tier-arten und Pflanzen-arten.
Das heißt Massen-sterben.
Und das bedeutet: Viele Arten von Leben verschwinden gleich-zeitig.

Auch in Deutschland gibt es dieses Problem.
Es gibt heute viel weniger Insekten als früher. Die Menschen haben viele Insekten getötet. Mehr als 70 von 100 Insekten gibt es heute nicht mehr.

Deshalb gibt es auch weniger Sing-vögel.
Die Sing-vögel finden kaum noch Insekten.

Dafür gibt es einen Grund: Die Land-schaft verändert sich.
Es gibt viele große Felder mit nur einer Pflanzen-art.
Das heißt Mono-kultur.
Menschen spritzen auf den Feldern oft Gifte gegen Insekten.
Diese Gifte heißen Pestizide.
Außerdem gibt es zu wenig Büsche, Hecken und altes Holz.
Dort könnten viele Tiere und Pflanzen leben.
Aber dieser Lebens-raum ist fast weg.

Städte können ein sehr guter Ort sein für viele Arten von Leben.
Hier gibt es viele unter-schiedliche Blüten und verschiedene Flächen.
Das klappt, wenn Orte voller Pflanzen und Leben gut miteinander verbunden sind.
Fach-leute nennen das Biotop-vernetzung.

Kleine und große Grün-flächen sind wichtig.
Sie helfen Tieren und Pflanzen, sich zu bewegen und zu verbreiten.
Die Grün-Flächen sind wie Tritt-steine in der Natur.

Die Lucie ist auch ein Tritt-stein.
Die Lucie ist wichtig, damit Tiere und Pflanzen dort leben können.
Und damit es viele Arten von Leben auch in Zukunft noch gibt.

Auch Du kannst mithelfen:

  • verwende keine Pestizide, also Insekten-Gifte
  • pflanze Pflanzen-arten an, welche Insekten gerne mögen
  • lass verblühte Stängel im Winter stehen – in den Stängeln gibt es neues Leben

Nahrung in der Nähe ernten, statt aus der Ferne holen
Gärtnern in der Stadt für den Klima-schutz

Weswegen die Ernte auf der Lucie gut für das Klima ist

Deutschland baut nicht genug Obst und Gemüse an.
Wir brauchen viel mehr, als wir im Land anbauen und ernten.

Nur ein kleiner Teil davon kommt aus Deutschland.
Bei Obst sind es etwa 20 von 100.
Bei Gemüse sind es etwa 37 von 100.

Den Rest holen wir aus anderen Ländern.
Das nennt man Import.
Das Obst und das Gemüse müssen oft lange Wege fahren. Sie kommen mit Lkw, Schiff oder Flugzeug zu uns. Dafür braucht es Kühlung und Verpackung.
Das ist schlecht für die Umwelt.

Urban Gardening ist ein englisches Wort.
Es bedeutet: Gärtnern in der Stadt. Dabei pflanzen Menschen Gemüse, Obst oder Kräuter selbst an.
Solche Gemeinschafts-gärten zeigen:
Lebens-mittel können auch vor Ort wachsen.
Zum Beispiel auf freien Flächen oder in Hoch-beeten.

Die Idee kommt auch aus großen Städten im Süden der Erde.
Dort bauen viele Menschen ihr Gemüse selbst an.
Oft direkt um ihr Haus herum. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Havanna auf Kuba.
[Nach dem Ende der Sowjet-union bauen die Menschen dort viel Gemüse selbst an. Fast alles Gemüse bauen die Menschen selbst an.
Nur ein kleiner Teil kommt von weiter weg.]

Jeder Mensch bekommt etwa 2000 quadrat-meter Land, wenn wir das ganze Acker-land auf der Welt gerecht aufteilen.

Die Menschen in reichen Ländern brauchen aber viel mehr.
Wir bauen viel Gemüse an und benutzen es als Tier-futter.

Wer sich vegan ernährt, braucht viel weniger Acker-Land.
Nur etwa 140 quadrat-meter pro Person.

Heute geht es nicht nur darum, genug Essen zu haben.
Es ist auch wichtig, das Klima zu schützen. Unsere Ernährung macht etwa ein Drittel aller Treibhaus-gase auf der Erde aus.
Das bedeutet: Weil wir uns so ernähren wird die Erde immer wärmer.

Wenn das Essen nicht weite Wege fahren muss,
ist das besser für das Klima.

Das Wasser im Meer wird mehr und somit steigt der Meeres-spiegel
das Risiko für Hoch-wassser wird höher


Wenn der Meeres-spiegel steigt, ist das auch für die Lucie wichtig.
Meeres-spiegel bedeutet: die normale Höhe vom Meer. Wenn das Wasser im Meer steigt, kann Wasser aufs Land kommen.

Die Erde wird immer wärmer.
Die Luft und auch das Meer wird wärmer. Wasser dehnt sich aus, wenn es warm wird.
Dadurch steigt der Meeres-spiegel auf der Erde. Und das passiert immer schneller.

Das Meer im Wasser wird bis zum Jahr 2100 in etwa 34 bis 54 centimeter höher steigen. Das sagen Wissenschaftler:innen. Sie sagen auch: Menschen müssen dafür das Klima schützen. Sonst steigt das Wasser im Meer noch mehr an. Dann steigt es nämlich auf 110 centimeter an.

Dann gibt es noch Gletscher Und es gibt das grönländische und antarktische Eisschild. Ein Gletscher ist ein großer Berg aus Eis. Er sieht aus wie ein riesiger, fester Eis-fluss. Das grönländische Eisschild ist eine dicke, große Schicht aus Eis auf Grönland. Das antarktische Eis ist eine dicke, große Schicht aus Eis auf der Antarktis.

Wenn dieses Eis schmilzt, kommt noch mehr Wasser in das Meer.
Der Meeres-spiegel steigt fünf Meter, wenn das grönländische Eis-schild schmilzt.

Der Tidenhub in Bremen ist heute bei 4-5 meter. Der Tidenhub zeigt, wie viel höher oder niedriger das Meer wird, wenn das Wasser kommt und wieder geht. 1800 war der Tidenhub bei nur 30 centimeter. Die Deiche am Fluss sind nun höher. Sie sollen Hoch-wasser und Sturm-fluten abhalten. Die Deiche sind ganz in der Nähe von der Lucie – nur 100 meter weit weg.


Dieser Wissenspfad ist im Rahmen des BNE-Projektes „Wissen teilen-Handlungsmöglichkeiten aufzeigen“ entstanden. Gefördert durch BINGO! Die Umweltlotterie und durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen.


IMPRESSUM:
Herausgeber: KulturPflanzen e.V.
Projektleitung: Marie Hornbach
Text: Eva Kirschenmann
Übersetzung in einfache Sprache: Joanna André