Vogel mit Wurm

„Ab geht die Lucie!“ wächst weiter: Mit der „Kleinen Lucie“ beginnt ein neues Kapitel für den Stadtgarten

Pressemitteilung

Bremen, 3. August 2026 – Auf dem Lucie-Flechtmann-Platz in der Bremer Neustadt beginnt am 3. August 2026 der Bau der „Kleinen Lucie“. Mit der Erweiterung des Stadtgartenprojekts „Ab geht die Lucie!“ wird der bislang versiegelte Bereich an der Westerstraße entsiegelt, begrünt und an den bestehenden Gemeinschaftsgarten angeschlossen. So entsteht ein neuer Pikopark, der das Projekt um rund 900 Quadratmeter erweitert.

Ein Meilenstein für Urban Gardening in Bremen

Seit 13 Jahren engagieren sich Anwohner*innen ehrenamtlich auf dem Lucie-Flechtmann-Platz und haben aus einer versiegelten Betonfläche einen lebendigen Gemeinschaftsort geschaffen. Was mit Palettenmöbeln und Hochbeeten begann, hat sich zu einem festen Bestandteil des Stadtteils entwickelt. Bereits 2018 wurde ein großer Teil der Fläche entsiegelt – der Bereich an der Westerstraße wurde damals zunächst zurückgestellt.

Nun kann dieses Vorhaben dank einer Förderung aus dem Bundesprogramm „Anpassung Natürlicher Klimaschutz“ sowie Mitteln der Bremischen Biodiversitätsstrategie 2030 umgesetzt werden. Die Fördergelder wurden von der Kommune gemeinsam mit dem Verein KulturPflanzen e. V. eingeworben und für die Umsetzung an den Verein weitergeleitet. Gleichzeitig sichert die Förderung den dauerhaft begrünten Zustand der neuen Fläche für mindestens 20 Jahre.

„Unsere Ausdauer zahlt sich aus. Mit der Kleinen Lucie schaffen wir nicht nur mehr Platz zum Gärtnern, sondern sichern auch den Fortbestand unseres ursprünglichen Gartens deutlich besser als bisher“, freut sich Katharina Müller, Projektkoordinatorin bei „Ab geht die Lucie!“.

Regina Wehmeyer, Gärtnerin der ersten Stunde, ergänzt: „Wir sind dankbar für das Vertrauen, das die Stadt uns entgegenbringt, und darüber, wie sich die Zusammenarbeit über die Jahre entwickelt hat. Das zeigt, welche Wirkung Graswurzelinitiativen entfalten können.“

Mehr Grün für Klima, Artenvielfalt und den Stadtteil

Mit den Plänen für die Erweiterung des Stadtgartens wurde zugleich ein Bebauungsplanverfahren angestoßen. Ziel ist es, den Lucie-Flechtmann-Platz langfristig von einer Verkehrsfläche in eine Grünfläche umzuwidmen und den Charakter des Platzes dauerhaft zu sichern. Damit wird die Entwicklung, die die ehrenamtlichen Gärtner*innen in den vergangenen Jahren angestoßen haben, auch planungsrechtlich verankert.

Die baulichen Maßnahmen leisten einen direkten Beitrag zur Klimaanpassung. Rund 700 Quadratmeter Pflaster werden entfernt – das entspricht mehr als 22.000 Steinen. Damit beteiligt sich das Projekt auch am bundesweiten Abpflastern-Wettbewerb.

„Wir sind stolz, mit diesem Projekt gleich mehrfach etwas zu bewegen: Wir entsiegeln eine große Fläche, schaffen dauerhaft mehr Grün in der Stadt und leisten damit einen konkreten Beitrag für Klimaanpassung und biologische Vielfalt“, sagt Müller.

Ein besonderer Schwerpunkt der neuen Gartenfläche liegt auf der Förderung von Artenvielfalt in der Stadt und einer hohen Aufenthaltsqualität. Die zehn bestehenden Amberbäume auf der kleinen Lucie spenden schon jetzt viel Schatten. Ergänzt werden sie u.a. durch artenreiche Hecken, Totholzelemente, Trockenmauern und ein Sandarium als Lebensräume für Wildbienen, Insekten und andere Tiere. Gleichzeitig sorgen barrierefreie Sitzmöglichkeiten und neue Wegeverbindungen dafür, dass der Garten für möglichst viele Menschen gut zugänglich und als Aufenthaltsort nutzbar ist.

Die Planung entstand gemeinsam mit dem Büro Baumrausch. In mehreren Workshops brachten die ehrenamtlichen Gärtner*innen ihre Ideen und Wünsche für die Gestaltung der neuen Fläche ein. „Alle freuen sich, dass die Pläne, an denen wir so lange gemeinsam gearbeitet haben, nun Wirklichkeit werden“, sagt Müller. Mit Baumrausch für die Gestaltung und Leucht Gärten für die Entsiegelung habe man starke Partner für das Projekt beauftragen können.

Regenwasser statt Trinkwasser

Im Laufe der Planung wurde diese um ein weiteres Element ergänzt, das den Garten langfristig nachhaltiger macht: Eine Zisterne soll künftig Regenwasser vom Dach eines benachbarten Unternehmens sammeln und für die Bewässerung des Gartens bereitstellen.

Dadurch kann Regenwasser nicht nur im Boden versickern, sondern auch zum Gießen genutzt werden. Das spart wertvolles Trinkwasser, entlastet die Kanalisation und leistet einen Beitrag zum Prinzip der Schwammstadt, in der Niederschläge möglichst vor Ort gespeichert und genutzt werden.

Gemeinsam den neuen Garten gestalten

Im September 2026 finden unter Anleitung des Planungsbüros Baumrausch mehrere Mitmachbaustellen statt. Die genauen Termine werden noch bekannt gegeben.

„Darauf freuen wir uns besonders. Die Mitmachbaustellen bieten allen Interessierten die Möglichkeit, selbst mit anzupacken, Neues zu lernen und den neuen Teil des Gartens von Anfang an mitzugestalten“, erklärt Müller.

Auch darüber hinaus sind neue Mitgärtner*innen jederzeit willkommen. Gemeinsam gegärtnert wird dienstags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 17 bis 19 Uhr sowie sonntags ab 15 Uhr (im Sommer ab 16 Uhr). Das offene Plenum trifft alle zwei Wochen montags um 18.30 Uhr. Mit der zusätzlichen Gartenfläche werden weitere helfende Hände besonders gebraucht.

Weitere Informationen gibt es unter www.lucie-bremen.de sowie auf den Social-Media-Kanälen des Projekts.

Pressekontakt

Katharina Müller
E-Mail: mail@lucie-bremen.de
Telefon: 0157 7820 9413